Kategorie: Allgemein

  • Ein Besuch auf dem Hauptfriedhof Frankfurt

    Ein Besuch auf dem Hauptfriedhof Frankfurt

    Wer mich kennt wird sicher schon festgestellt haben, dass ich ein Faible für schöne Friedhöfe habe. Diese morbide Leidenschaft hat sich nach einem Besuch in Wien verfestigt, der Hauptstadt der „schönen Leich‘“. Der Frankfurter Hauptfriedhof stand deshalb schon länger auf meiner Liste der geplanten KulTouren. Veranlasst durch den Tod eines Freundes, der mich das eine oder andere Mal auf meinen Touren begleitet hat, und dessen Beisetzung auf eben diesem Friedhof stattfand, habe ich diesen Besuch nun unternommen. Oder sagen wir besser: Ich habe einen ersten Besuch unternommen.

    Morbider Charme, der magisch anzieht

    Der Friedhof ist so weitläufig und interessant, dass ich definitiv noch einmal hinmuss. Im Vorfeld hatte ich mir einen Plan ausgedruckt, mit dessen Hilfe ich die besonders interessanten Grabstellen aufsuchen wollte. Suchen ist dabei der richtige Begriff. Die Grabstelle Arthur Schopenhauers ist gut ausgeschildert. Die anderen Grabstellen muss man finden. Manchmal hilft dabei auch Google Maps, wie im Falle des Grabes von Marcel Reich-Ranicki. Iin anderen Fällen sucht man lange. Aber man stößt beim Suchen auf so viele schöne Ecken, dass es eine Freude ist. Mein Plan war also eher ein Vorschlag, an dem ich mich orientiert habe.

             (Grabstätte von Dr. Heinrich Hoffmann)

    Struwwelpeter-Spurensuche

    Vor einiger Zeit besuchte ich in der Frankfurter neuen Altstadt das Struwwelpeter-Museum (s. Niedernhausener Anzeiger, Januar 2020). Bei meinem Friedhofsbesuch konnte ich dazu nun eine Verbindung ziehen. Der Schöpfer des Struwwelpeters, der Arzt Dr. Heinrich Hoffmann, ist nämlich hier begraben. Seine letzte Ruhestätte befindet sich direkt an der Alten Mauer um Gewann G. Ebenfalls auf dem Hauptfriedhof begraben liegt Pauline Schmidt. Sie diente als Vorbild der Pauline in der „..gar traurigen Geschichte mit dem Feuerzeug“, auch wenn die wahre Pauline nicht bei einem Brand ums Leben kam, sondern einer Lungenschwindsucht zum Opfer fiel. Beide Gräber sind Ehrengräber der Stadt Frankfurt und werden von dieser gepflegt. Das Grab des „Zappelphilipp“-Vorbilds, Philipp Julius v. Fabricius, habe ich leider bei diesem Besuch nicht gefunden.

    Ebenfalls nicht gefunden habe ich die Gräber von Alois Alzheimer (ja, genau der) und der Frankfurter Volksschauspielerin Liesel Christ.

    (Gruftenhalle)

    Trotzdem habe ich viel entdeckt. Besonders beeindruckend ist dabei die Gruftenhalle von 1828 mit ihren 57 Gruften. Diese sind teilweise in sehr unterschiedlichem Erhaltungszustand, aber die gesamte Anlage ist ehrfurchteinflössend. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie teilweise zerstört und anschließend wiederaufgebaut. Dabei wurden einige Gebeine in eine Sammelgruft etwa in der Mitte der Anlage bestattet. Eine Wandtafel weist darauf hin.

    Ebenfalls ein Highlight ist das Mausoleum Gans, welches im Innern einen kleinen Blick in das Untergeschoß gewährt.

    (im Innern des Mausoleum Gans)

    Vergänglichkeit als Kunst

    Ohnehin bin ich immer wieder voll Bewunderung für die künstlerische Ausstattung von Grabmalen, Mausoleen und Gedenkstätten. Da tun sich ganze Nachthimmel über einem auf (das Schinkelsche Bühnenbild zur ZAUBERFLÖTE lässt oft grüßen) oder es bewegen lebensechte Figuren die Seele. Aber auch Modernes kann man erspähen. So befindet sich in der unmittelbaren Umgebung des Schopenhauer-Grabes die Begräbnisstätte der „Loge zur Einigkeit“, deren schwarz-goldene Pyramide schon von weitem auffällt. Oder die Anlage des St. Katharinen- und Weißfrauenstifts. Diese stellt in roten abstrakten Stelen die Skyline Frankfurts dar und in deren Mitte die Kirche des Stifts. Diese (sehr gepflegte) Anlage zieht den interessierten Besucher an.

    (Einblick in eine Gruft in der Gruftenhalle. Man beachte den Himmel)

    Folgen Sie den Schildern….

    Beim Besuch des Hauptfriedhofs fallen einem diverse kleine metallene Steck-Schilder an den Gräbern auf. Zum einen sind da die roten Schilder, die auf ein Ehrengrab der Stadt hinweisen. Dann gibt es graue Hinweisschilder, die auf das Grab einer bedeutenden Persönlichkeit hinweisen. Und dann gibt es blaue Schilder, die einen darauf aufmerksam machen, dass es sich hierbei um eine aus Denkmalschutzgründen wichtiges Grab handelt und man für dieses eine Patenschaft übernehmen kann. So kann vieles erhalten bleiben, was sonst dem Verfall völlig preisgegeben wäre. Wobei auch der Verfall seine „schönen“ Seiten hat. Auch diese kann man auf vielfältige Weise auf diesem wunderschönen und weitläufigen Friedhof entdecken.

    Wie eingangs erwähnt, wird dies nicht mein letzter Besuch auf dem Frankfurter Hauptfriedhof bleiben. Es gibt noch so einige interessante Grabstätten, die ich aufspüren möchte. Außerdem befinden sich auch zwei jüdische Friedhöfe (der Alte Friedhof an der Rat-Beil-Straße, der sich direkt hinter der erwähnten Gruftenhalle befindet) und der Neue Jüdische Friedhof an der Eckenheimer Landstraße.



    Tipps:

    Der Friedhof befindet sich an der Eckenheimer Landstraße 194, 60320 Frankfurt am Main.

    Man sollte viel Zeit einplanen und neben dem Friedhofsplan auch Google-Maps zur Hand haben, da manche Stellen nur schwer zu finden sind.

    Allgemeine Infos zu Öffnungszeiten un den Lageplan findet man auf der Webseite des Friedhofs https://friedhof-frankfurt.de/friedhoefe/staedtische-friedhoefe/hauptfriedhof/

    Auch die Wikipediaseite https://de.wikipedia.org/wiki/Hauptfriedhof_(Frankfurt_am_Main) kann ich sehr empfhelen. Von dort aus weiterführende Links zu besonderen Gräbern und deren Geschichte haben mir sehr weiter geholfen.

    Besucht am 05.08.2025

    (Gedenkstätte St.Katharinen- und Weißfrauenstift)

    (Grab von Pauline Schmidt)

    (Die Gruftenhalle)

    (Grabstelle von Marcel Reich-Ranicki und seiner Frau Teofila)

  • Flughafen Frankfurt – Die Stadt am Rande der Stadt

    Flughafen Frankfurt – Die Stadt am Rande der Stadt

    Besucht am 29.01.2026 und 27.03.2026

    Am 22. April 2026 wurde das neue Terminal 3 am Frankfurter Flughafen eröffnet. Nach elf Jahren Bauzeit haben die Frankfurter das geschafft, was die Berliner verpatzt haben: Sie haben ein neues, betriebsbereites Terminal ohne große Verzögerungen und budgetgerecht fertiggestellt. Als Berlinerin wollte ich mir das genauer ansehen und habe mich im November 2025 auf der Webseite registriert um als Statistin in der Testphase dabei zu sein. Insgesamt hatten sich über 100.000 Menschen aus ganz Deutschland auf die 8.000 Stellen beworben – und ich durfte dabei sein, direkt am zweiten Termin Ende Januar.

    Teststatist am Terminal 3

    Gemeinsam mit etwa 300 anderen Testpassagieren durfte ich das neue Terminal schon einmal von innen sehen und ausprobieren. Nach einer kurzen Einweisung und der Zuweisung einer Testidentität bekamen wir Gepäckstücke in die Hand und es ging los: Check-in, Passkontrolle (der einzige Teil mit echter eigener Identität und Originalpass, da die Polizei ihre Abläufe und Technik ebenso testen musste), sehr lange Wege und Boarding. Alles wurde originalgetreu durchlaufen. Der wesentliche Unterschied war jedoch, dass an diesem Tag alle außerordentlich gut gelaunt und freundlich waren. Natürlich klappte nicht alles – wie auch? – aber es regte sich niemand auf. Es lief ja niemand Gefahr, einen echten Flug zu verpassen; wir waren schließlich hier, um die Abläufe gemeinsam einzuspielen.

    Hier und da stockte es etwas und wir liefen streckenweise noch über eine ziemliche Baustelle. Die Transportbänder funktionierten noch nicht, die Sicherheitschecks waren teilweise noch in Folie gehüllt und überall wuselten Handwerker und Ingenieure herum, die Abnahmen organisierten. Trotzdem behielten alle die Ruhe, keiner wurde laut und die Stimmung war durchweg positiv. Wenn doch jeder Urlaub so am Flughafen beginnen würde!

    Mein „Flug“ sollte mich nach Doha führen, weshalb ich zum Flugsteig J musste – dem längsten von allen. Hier findet zukünftig das Boarding für Flüge außerhalb des Schengenraums statt. Erstmals sollen die Flugsteige I und J als 5-Sterne-Flughafen ausgezeichnet werden. Diesen Luxus merkt man: große Panoramafenster, edle Ausstattung, sogar einen Indoorspielplatz gibt es. Ich hoffe, dass ich hier zukünftig einmal tatsächlich abfliegen kann. Der dritte Arm (H) am Terminal 3 ist übrigens wesentlich schlichter gehalten und verzichtet auf große Fenster. Hier werden zukünftig die Billigflieger boarden.

    Am Ende gab es für jeden ein kleines Geschenk. Nachdem wir schon morgens einen Beutel mit dem T3-Logo für unser Lunchpaket erhalten hatten, gab es nun noch eine Sicherheitsweste vom Flughafen. Danach traten wir die Heimreise an. Für den Einsatz gab es eine kleine Aufwandsentschädigung, deren Auszahlung allerdings nicht ganz so reibungslos klappte wie der Testlauf selbst. Insgesamt war es auf jeden Fall ein sehr interessanter Tag und ein einmaliges Erlebnis.

    Das veranlasste mich dazu, ein paar Wochen später eine Tour über den Flughafen zu buchen. Ich entschied mich für die XXL-Tour und fand mich pünktlich am Terminal 1, Flugsteig C ein. Die Tour sollte um 13:00 Uhr beginnen; man sollte jedoch spätestens eine halbe Stunde vorher vor Ort sein, da es auch hier einen Sicherheitscheck gibt. Ab und zu verirrt sich wohl versehentlich ein regulärer Fluggast dazwischen. Unsere Guide Anna begrüßte uns sehr herzlich am Eingang zum Tour-Bereich und führte uns nach dem Check zum Bus, wo uns unser Fahrer Olli bereits erwartete. Aufgrund eines kleinen Zwischenfalls begann unsere Tour etwa eine Viertelstunde verspätet, diese Zeit wurde aber am Ende einfach drangehängt.

    Die Teilnehmer waren vorwiegend männlich, nur wenige wurden von ihren Partnerinnen begleitet. Oft waren es auch Eltern oder Großeltern mit ihren Söhnen bzw. Enkeln. Dabei traten zwei etwa 13-jährige Jungen besonders in Erscheinung: Sie glänzten mit viel Wissen und Neugierde. Unsere Guide Anna beantwortete alles mit ungeheurer Geduld und einem phänomenalen Fachwissen. Selten habe ich so eine souveräne und unterhaltsame Führung erlebt. Zu jedem Flieger hatte sie Daten, Flugziele und teilweise die Historie parat. Dass sie zwischendurch die Flugdaten auf einem kleinen Gerät checkte, fiel überhaupt nicht auf, da es völlig flüssig in die Erzählung einfloss. Dafür ein kleiner symbolischer Applaus!

    Ein Doktor und das Fliegen

    Die Fahrt über das Vorfeld führte uns vorbei an Flugzeugen, Serviceautos, den drei Feuerwachen, der Startbahn West und der Cargo-Area. Wir erfuhren, wofür die Streifen der Condor-Maschinen stehen: Gelb für die Sonne, Blau für das Meer und Grün für die Insel Irland. Und dann gibt es noch die eine pinke Maschine: Diese Farbe steht für die Aufmerksamkeit für Brustkrebs. Ein sehr wichtiges Thema, und ich persönlich finde es toll, dass Condor hier ein Statement setzt. Die einzige Maschine mit schwarz-weißer Bemalung haben wir leider nicht gesehen – die Eintracht war wohl gerade unterwegs. Dafür stand an einem Gate eine Condor-Maschine mit Retro-Lackierung. Die Fluggesellschaft geht auf die 1955 gegründete Deutsche Flugdienst GmbH zurück. Diese übernahm 1961 die Condor Luftreederei des Dr. Oetker Konzerns. Wer hätte gedacht, dass es einen Zusammenhang zwischen Ferienfliegern und Backpulver gibt?

    Ebenfalls mit Retro-Lackierung sind in diesem Jahr sechs Maschinen der Lufthansa unterwegs. Diese wurde nämlich 1926 gegründet und feiert 2026 somit ihr 100-jähriges Bestehen. Zwei Maschinen standen gerade am Terminal 1: eine mit der traditionellen schwarzen „Stubsnasen“-Lackierung und eine ganz besondere mit den Jahreszahlen und einer großflächigen Kranich-Grafik in Lufthansa-Blau. Letztere stand leider etwas versteckt, weshalb das Foto sie nur teilweise zeigt.

    Der Weg führte uns natürlich auch vorbei am Tower. Hier besteht allerdings Verwechslungsgefahr: Was wir Teilnehmer sofort als „den“ Tower ausgemacht hatten, war in Wirklichkeit die Vorfeldkontrolle – quasi ein kleiner Bruder des alles überwachenden Towers. In der Cargo-City lernten wir noch etwas Interessantes: Passagierflugzeuge erhalten Städtenamen, während Frachtmaschinen internationale Begrüßungen als Namen tragen. Darüber macht man sich doch nie Gedanken.

    Schließlich ging es zum Wartungsbereich. Hier stehen riesige Hallen, in denen die Flugzeuge gewartet werden. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: In die größte Halle passen bequem drei A380-Maschinen. Davor stehen beeindruckende Wände, die ich irrtümlich für einen Sichtschutz hielt. Weit gefehlt: Die Lamellen dieser Stellwände sind mit Sensoren ausgestattet; sie werden hinter die Maschinen gestellt, um die Triebwerke unter anderem auf Abgase und Lautstärke zu testen.

    Zahlen, Daten, Staunen

    Ansonsten beeindruckte die Tour vor allem mit Zahlen: 61 Kilometer Unterflur-Betankungspipelines versorgen die Gates unterirdisch mit Kerosin. Ein spezielles Tankfahrzeug verbindet die Tankstationen mit den Flugzeugen und kann pro Schlauch 2.000 Liter Kerosin pro Minute durchleiten. Das „Eau de Kérosène“ ist dabei deutlich zu erschnüffeln. Auf dem Flughafen befindet sich zudem die größte Polizeidienststelle Deutschlands. Die Bundespolizei hat hier ihren Sitz mit etwa 2.500 Beamten. Es gibt drei Feuerwachen mit insgesamt 900 Einsatzkräften. Das Gepäck wird auf 81 km Förderanlage transportiert, und täglich gibt es etwa 700 Flugzeugstarts und ebenso viele Landungen. Insgesamt gibt es etwa 18.000 Fahrzeuge und 91.000 Mitarbeiter. Zum Vergleich: Eine Stadt gilt ab etwa 5.000 bis 10.000 Einwohnern als Stadt, eine Großstadt ab 100.000. Uff…

    Ganz zum Schluss ging es noch an einer Ecke vorbei, die mich besonders interessierte: Auf der anderen Seite des Zauns stehen ein Rosinenbomber und das Luftbrückendenkmal – das Gegenstück zum Denkmal in Berlin. Dazu werde ich dieses Jahr noch einen eigenen Beitrag schreiben und nochmals zum Flughafen Frankfurt und zur Aussichtsstelle fahren. Am Flughafen Tempelhof war ich bereits vor einiger Zeit; ich werde diese beiden Orte in meinem Artikel miteinander verbinden.

    Nach zwei Stunden und etwa 40 Kilometern Fahrt kamen wir wieder am Terminal 1 an. Ich habe kurz überlegt, ob ich noch das Besucherzentrum besuche, aber ehrlicherweise war ich erschlagen von den vielen Informationen. Das nehme ich mir ein anderes Mal vor – vielleicht mag mich dann ja jemand begleiten.


    Tipps

    Die Touren kann man in verschiedenen Varianten über die Webseite des Flughafens buchen. Hier gibt es auch Informationen zum Besucherzentrum. Die Tickets sind sehr beliebt, eine rechtzeitige Buchung ist daher empfehlenswert.

    Auf fraport.com erfährt man viel zur Geschichte des Flughafens und einiges mehr. Und falls jemand an einem Job am Frankfurter Flughafen interessiert ist, wird er hier auch fündig.

    Die Anreise ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich, wobei man Puffer für Störungen einplanen sollte. Alternativ stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Mit der Skyline-Bahn kommt man schnell von einem Terminal zum nächsten – dieses Vergnügen gönne ich mir nach der Eröffnung von T3 auch noch einmal.

  • Wenn Engel reisen…

    Wenn Engel reisen…

    Besucht am 06. September 2025

    Es gibt Ausflüge, für die man früh aufstehen muss – doch oft wird man dafür mit einer großartigen Morgenstimmung belohnt. So erging es mir vor Kurzem, als ich mit Freunden eine Tagesdampferfahrt mit der Primus-Linie von Wiesbaden nach Heidelberg unternahm. Die Abfahrt war für 08:30 Uhr am Biebricher Schloss geplant. Um einen guten Platz an Bord zu ergattern, war ich bereits um 07:45 Uhr am Anleger.

    Der Rhein begrüßte mich mit Sonnenschein und lag fast spiegelglatt in seinem Bett. Innerhalb weniger Minuten legte sich jedoch der Morgennebel wie eine Decke über das Wasser und zauberte eine märchenhafte Atmosphäre. Während die Sonne vergeblich versuchte, den Schleier zu durchbrechen, tauchten Frachtschiffe gespenstisch aus dem Grau auf. Ich konnte Bilder ohne Filter machen, um die mich später viele beneideten – Caspar David Friedrich hätte hier wohl Pate stehen können. Mit anderen Worten: Der Tag begann äußerst vielversprechend.

    Idyllische Natur und große Pötte

    Und er hielt, was er versprach. Das Wetter entwickelte sich zum schönsten Tag der Woche. In Mainz stiegen weitere Passagiere zu, während wir die Silhouette der Stadt bewunderten. Noch interessanter war jedoch der Anblick der zahlreichen Flusskreuzfahrtschiffe. Um mich herum begannen viele Gäste bereits mit der Planung ihres nächsten Urlaubs. Welche Vielfalt an Kreuzfahrtschiffen und Reedereien es gibt, sollten wir in den kommenden Stunden noch erfahren: Gefühlt war jedes dritte entgegenkommende Schiff kein Frachter, sondern ein schwimmendes Hotel.

    Flusskreuzfahrtschiff vor Mainz

    Weiter ging die Fahrt den Rhein hinauf, vorbei an den Weinbergen Rheinhessens. Pettenthal, Rehbach, Hipping … und dazwischen windet sich der Weinwanderweg „Roter Hang“. Einen Teil davon, die Drei-Türme-Wanderung, bin ich selbst schon gewandert und kann sie nur empfehlen. Mit netten Menschen und einem gut gefüllten Rucksack genießt man dort nicht nur die Bewegung, sondern vor allem die Pausen mit fantastischen Ausblicken.

    Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt

    Zwischenzeitlich wurde uns an Bord ein „Seemannsfrühstück“ serviert: Brot, Schinken, Spiegelei und Gewürzgurken. Zugegeben, die Bordküche ist nichts für strikt Gesundheitsbewusste, aber daran schien sich niemand zu stören. Währenddessen wandelte sich die Aussicht: Die Rebhänge wichen flachen Landschaften, und am Ufer badeten und paddelten Familien zwischen den Buhnen. Angler suchten ihr Glück am Haken, stets beobachtet von Reihern, die nur darauf warteten, im richtigen Moment einen Fang abzujagen.

    Angler am Rhein

    Weiter südlich kam das Kernkraftwerk Biblis in Sicht. Der durchaus beeindruckende Bau lieferte zwischen 1974 und 2011 Strom (ab 1976 auch nuklearen).  Heute dient er als Lager für Atommüll und Castor-Behälter und beschäftigt weiterhin Gerichte sowie Umweltschützer. Bei Mannheim passierten wir schließlich riesige Industrieanlagen; die BASF unterhält hier einen gewaltigen Komplex mit eigenem Rheinhafen. Der Anblick ist schon bei Tageslicht ehrfurchteinflößend. Man stelle sich das Areal am Abend vor – der Theatermensch in mir sieht sofort ein Meer aus Scheinwerfern und farbigen Lichteffekten vor dem geistigen Auge.

    BASF Werk bei Mannheim

    Schleusengang auf dem Neckar

    Kurz darauf erreichten wir die Neckarspitze, wo unser Dampfer den Rhein verließ. Einer der Höhepunkte kam nun in Sicht: die Neckarschleuse Feudenheim. Eine der zwei Schleusen, durch den uns unsere Fahrt führen sollte. Zusammen mit einem Binnenfrachter, den wir kurz zuvor überholt hatten, und einem Sportboot wurden wir durch Wasserkraft zehn Meter in die Höhe gehoben. Eine technische Meisterleistung und ein Schauspiel, das mich immer wieder beeindruckt.

    Danach ging es weiter auf dem Neckarkanal, bis wir bei Ladenburg schließlich den ursprünglichen Lauf des Neckars erreichten. Hier führt die Fahrt durch unberührte Natur. Schwäne, Reiher und Nilgänse begleiteten uns – Idylle pur bei herrlichem Wetter. „Wenn Engel reisen …“, entfuhr es einem meiner Freunde.

    Schleuse auf dem Neckar bei Schwabenheim

    Heidelberg: Wunderschön, aber gut besucht

    Nach der zweiten Schleuse bei Schwabenheim, die uns weitere acht Meter anhob, war es nur noch ein kurzes Stück bis zum Ziel. Als das berühmte Heidelberg Schloss in Sicht kam, reckten alle Passagiere die Hälse. Jeder wollte das perfekte Foto machen, und auch die unvermeidlichen Selfies durften nicht fehlen (ich schließe mich da keineswegs aus).

    Die Stadt glitt langsam an uns vorbei und offenbarte bereits die ersten Menschenmassen. Am Anleger verließen wir die Ruhe des Schiffs und tauchten ein in die belebten Gassen. Junggesellinnenabschiede, Heerscharen von Studenten und Touristen drängten sich durch die Innenstadt. Da an diesem Abend die berühmte Schlossbeleuchtung stattfand, herrschte bereits Verkehrschaos mit gesperrten Brücken. Wir brachen unseren Spaziergang daher vorzeitig ab und suchten uns ein ruhiges Café in der Nähe des Bushalteplatzes von dem unsere Busse und wieder nach Mainz und Wiesbaden bringen sollten.

    Selfie vor dem Heidelberger Schloss

    Gegen 21:30 Uhr erreichten wir nach einer guten Stunde Busfahrt wieder den Anleger in Biebrich. Der Bus nach Mainz, der eigentlich vor uns gestartet war, steckte noch im Heidelberger Stadtverkehr fest und erreichte sein Ziel erst deutlich später.


    Tipps & Fakten

    Zugegeben, diese „KulTour“ war vielleicht weniger informativ als andere, dafür aber umso schöner. Hier noch ein paar Fakten für Interessierte:

    • Primus-Linie: Das Unternehmen wurde bereits 1880 gegründet und wird heute in der 3. Generation von der Familie Nauheimer geführt. Die Flotte besteht aus 5 modernen Schiffen (u. a. die MS Nautilus und die MS Wikinger). Neben den Frankfurter Stadtrundfahrten und Fahrten in den Rheingau wird die Heidelberg-Fahrt auch 2026 wieder im Juli und September angeboten (Preis: 52,00 €). Weitere Informationen findet Ihr hier
    • Der Rhein: „Vater Rhein“ entspringt im Schweizer Kanton Graubünden und ist einer der verkehrsreichsten Wasserwege der Welt. Er fließt auf 1.233 Kilometern durch bzw. entlang von 6 Staaten (Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Frankreich und die Niederlande). Hinweis: Luxemburg und Belgien liegen zwar im Einzugsgebiet, der Rhein selbst fließt aber nicht direkt hindurch.
  • Wassersüchtig – Das Selterswasser-Museum in Niederselters

    Wassersüchtig – Das Selterswasser-Museum in Niederselters

    Erstbesuch und Veröffentlichung 2020/ aktualisiert März 2026

    Jahrhundertealte Geschichte im Taunus

    Sekt oder Selters? In Niederselters stellt sich diese Frage nicht. Hier ist man dem natürlich prickelnden Quellwasser so eng verbunden, dass man ihm ein eigenes Museum gewidmet hat – und wo sollte es stehen, wenn nicht direkt am Standort des wohl bekanntesten Mineralbrunnens Deutschlands, wenn nicht gar Europas?

    Die Quelle in Niederselters ist seit 1536 urkundlich belegt. Der Ort selbst lässt sich jedoch bereits im Jahr 772 unter dem Namen „Saltrissa“ nachweisen. Von diesen frühen Ursprüngen ist auf dem heutigen Quellgelände zwar nichts mehr erhalten, doch das restaurierte Brunnenhaus von 1909 zeugt eindrucksvoll von der einstigen Bedeutung des Ortes. Im Inneren sind noch zahlreiche Jugendstilelemente zu bewundern, etwa das große Fenster in der ehemaligen Abfüllhalle.

    Neuausrichtung nach dem wirtschaftlichen Aus

    1999 wurde die Produktion eingestellt, und die Stadt übernahm das inzwischen stark sanierungsbedürftige Gebäude. Mit viel Engagement und Unterstützung durch Fördermittel konnte es 2011 wiedereröffnet werden. Heute beherbergt der Komplex nicht nur eine kleine, aber eindrucksvolle Museumssammlung, sondern auch einen Kindergarten sowie zwei Veranstaltungsräume.

    Das Museum dokumentiert die Zeit der großen wirtschaftlichen Blüte. Immerhin gab das originale Selterswasser einer ganzen Produktkategorie seinen Namen. Schon früh versuchten andere Hersteller, vom guten Ruf zu profitieren, und vermarkteten ihre Produkte ebenfalls als „Selterswasser“. Diese Nachahmungen waren jedoch meist künstlich mit Kohlensäure versetzt – im Gegensatz zum Original, dessen Kohlensäure natürlichen Ursprungs ist. Wer den Unterschied schmecken möchte, hat auch heute noch Gelegenheit dazu: In einer Seitenhalle können die Bewohner von Niederselters und den umliegenden Gemeinden gegen eine kleine Gebühr regelmäßig ihren „Haustrunk“ abholen. Dieses Recht besteht seit Jahrhunderten – und war immer wieder Anlass zu Auseinandersetzungen. Aktuell ist der Haustrunk seit 2024 ausgesetzt, da es technische Probleme gibt, die eine neue Herrichtung erforderlich machen. Eine zeitnahe Wiedereröffnung ist geplant.

    Ein Bürgermeister mit Vision

    Dass der heute restaurierte und erweiterte Gebäudekomplex wieder vielfältig nutzbar ist, verdankt Niederselters maßgeblich dem ehemaligen Bürgermeister Dr. Norbert Zabel, der sich bis heute mit großem Engagement für das Projekt einsetzt. Ich hatte das Glück, an einer ebenso kurzweiligen wie informativen Führung mit ihm teilnehmen zu dürfen.

    Kaum zu glauben, wie berauschend Mineralwasser sein kann.

    Zu sehen gibt es unter anderem eine beeindruckende Sammlung von Wasserflaschen aus aller Welt sowie historische Original-Selters-Flaschen. Zu den bekannten Persönlichkeiten, die das Wasser aus Niederselters tranken, zählen etwa Remigius Fresenius, Christoph Wilhelm Hufeland und Johann Wolfgang von Goethe.

    Zwischen historischen Flaschen aus aller Welt und originalen Selters-Krügen erzählt er von Zeiten, in denen das Wasser aus Niederselters in ganz Europa getrunken wurde. Namen wie Remigius Fresenius, Christoph Wilhelm Hufeland und sogar Johann Wolfgang von Goethe tauchen auf. Sie alle tranken dieses Wasser. Auch zur Orts- und Quellen­geschichte erfährt man Spannendes – von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Plötzlich wirkt das Glas auf dem Tisch ein bisschen ehrfürchtiger.

    Zum Abschied schenkte mir Dr. Zabel ein Buch zur Geschichte des Seltersbrunnens, welches er gemeinsam mit Eugen Caspary und Willi Hamm verfasst hat. Für einen Bücherliebhaber wie mich ist bereits die hochwertige Gestaltung ein Genuss: hochwertiges Papier, sorgfältig aufbereitete Grafiken und zahlreiche historische Abbildungen. Doch auch inhaltlich überzeugt das Werk – es erzählt die wechselvolle Geschichte des Ortes fundiert und zugleich lebendig, ohne je trocken zu wirken. Danke für dieses wunderbare Geschenk.

    Tipps

    Wer auf der A3 von Frankfurt in Richtung Köln unterwegs ist, findet bei Bad Camberg ein braunes Hinweisschild zum Selterswassermuseum.

    Regelmäßig geöffnet ist das Museum aktuell nicht. Es besteht aber die Möglichkeit individueller Führungen ab 10 Teilnehmern zum Preis von 5,00€/Person. Informationen dazu gibt es hier .

    Sammlung diverser Wasserflaschen aus aller Welt
  • Ein Haus, wie ein englischer Landschaftspark…nur moderner

    Ein Haus, wie ein englischer Landschaftspark…nur moderner

    Das Museum Reinhard Ernst

    Besucht am 24.05.2025

    Wer in Wiesbaden an der Kreuzung Rheinstrasse/ Wilhelmstrasse/ Friedrich-Ebert-Allee steht kann hier einen schönen Überblick über Baugeschichte sehen. Da sind zum einen die Jugendstilhäuser mit ihren wunderschönen Steinelementen und Bildern. Da ist das Hessische Landesmuseum für Kunst und Natur mit seinen Säulengängen, der Kuppel und der markanten Freitreppe. Im Innern unter anderem mit einer beeindruckenden Jugendstilsammlung, aber auch Alten Meistern und modernen Werken (s. Artikel „Kunst und Kuchen“ von Dezember 2019). Dann steht dem gegenüber das Rhein Main CongressCenter (RMCC), welches 2018 anstelle der alten Kongresshallen eröffnet wurde und mit seiner Fassade aus hohen Fenstern, gelben Sandstein und der beeindruckenden Treppe auffällt. Und da ist der „Zuckerwürfel“.

    Offene Räume

    Das Museum Reinhard Ernst wurde 2024 mit einem Jahr Verspätung geöffnet und ist ein Werk des Japanischen Architekten Fumihiko Maki, der leider kurz vor der Eröffnung verstarb. Der Industrielle Reinhard Ernst und seine Frau haben dieses Museum der Stadt Wiesbaden geschenkt und präsentieren darin Werke ihrer gut 960 Teile Umfassenden Privatsammlung moderner Kunst. Dafür wurde eigens eine Stiftung gegründet. Die Sammlung ist an den Vormittagen ausschließlich Schulen und Bildungseinrichtungen vorbehalten und Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben freien Eintritt. Ziel ist es, Kunst allen zugänglich zu machen, weshalb das Foyer auch öffentlich ist. Auch hier befinden sich schon Kunstwerke.

    Weisse Schlichtheit

    Der Bau selbst besticht durch seine scheinbare Schlichtheit. Bei genauerem Hinsehen entpuppt er sich aber als sehr ausgeklügelt und erstaunt immer wieder beim Durchwandern mit neuen Blickwinkeln und unterschiedlichsten Räumen. So ergeben sich immer neue Sichtweisen auf die ausgestellten Kunstwerke. Ähnlich wie in einem englischen Landschaftsgarten, wo sich mit jedem Positionswechsel eine neue Sichtachse auftut, kann man hier beim Durchschreiten des Gebäudes immer neue Perspektiven erleben. Dazu tragen auch die sehr unterschiedlichen einzelnen Ausstellungsräume bei. So findet man zum Beispiel im 1. Stock einen Raum, der eine komplette Glaswand zum Treppenhaus hat (wobei Treppenhaus hier nicht der richtige Begriff ist, denn das ganze Haus ist offen gestaltet und daher gibt es an dieser Stelle gar kein Treppenhaus im klassischen Sinne). Dadurch hat es die leichte Anmutung eines Aquariums. Zum Zeitpunkt meines Besuchs befanden sich in diesem Raum konsequenterweise Bilder zum Thema „Moby Dick“.

    Die Ausstellungen wechseln regelmäßig. So wird man im Laufe der Zeit die komplette Sammlung zu sehen bekommen. Sicher ist moderne Kunst nicht jedermanns Sache. Ich kann mich auch mit vielem nicht anfreunden. Aber ich bin neugierig und entdecke gerne. Ich kann nur empfehlen einfach mal völlig erwartungslos in eine solche Sammlung zu gehen. Betreten Sie einen Raum und lassen ihn auf sich wirken. Sie werden merken, irgendein Stück zieht Sie an, irritiert vielleicht, macht neugierig. Zu diesem gehen Sie hin und lassen Ihrer Fantasie freien Lauf. Was sehen Sie? Eine Landschaft? Personen? Pferde im Galopp? Eine menschliche Gestalt? Was lösen die Farben in Ihnen aus? Freude? Angst? Unwohlsein? Sehnsucht?… Ganz egal. Meiner Meinung nach kann man nie falsch liegen. Kunst soll die Sinne und die Gefühle ansprechen. Sicher kann man sich die Frage stellen, was einem der Künstler damit sagen wollte. Aber man muss es nicht. Ganz zum Schluss können Sie sich den Titel des Werkes anschauen. Vielleicht ist dieser für Sie vollkommen logisch, weil Sie genau das entdeckt haben. Vielleicht ist aber auch der Titel völlig abstrakt. Eigentlich spielt es keine Rolle. Sie haben Kunst „erfühlt“ und darum geht es. Sie haben sich auf etwas Neues eingelassen. Probieren Sie es einmal aus. Sie werden überrascht sein. Und dann treten Sie wieder hinaus auf die Wilhelmstrasse mit ihren schönen alten Häusern und den Bäumen rechts und links und entdecken die Realität neu.

  • Bonn: Weg der Demokratie

    Bonn: Weg der Demokratie

    Besucht am 27.09. 2025

    Ich gehöre noch zu den Menschen, die die „Bonner Republik“ kennen. Als ehemalige West-Berlinerin war das immer eine merkwürdige Situation. Man wohnte „neben“ der Hauptstadt der DDR in der der ehemaligen Deutschen Hauptstadt. Andererseits hatten wir unsere Ruhe, wir waren etwas „ab vom Schuss“ und jeder beneidete uns. Dass die Regierung in dem Kleinstädtchen am Rhein saß, war ganz gut so. Wir hatten die Alliierten (ich selbst wohnte im amerikanischen Sektor) und Berliner Bürgermeister wurden ja auch gerne was in der Bonner Republik. Wir waren quasi ein „Insel-Sprungbrett“.

    Nach dem Mauerfall änderte sich das. Berlin wurde wieder Hauptstadt und Bonn…entwickelte sich prächtig.

    Bis heute befinden sich noch sechs Ministerien mit Ihren Hauptsitzen in Bonn, alle anderen haben den Umzug nach Berlin vollständig vollzogen. Die Gebäude, die für 50 Jahre die Bundesregierung und Ihre Ministerien beherbergten (Bonn war von 1949-1990 provisorische Hauptstadt und bis 1999 alleiniger Regierungssitz), stehen noch und diese kann man auf dem Weg der Demokratie ablaufen.

    Der Rundgang beginnt am Haus der Geschichte der Demokratie in Deutschland. Aktuell ist das Museum wegen Renovierung geschlossen. Trotzdem kann man im Museumsshop typisch Deutsche Kleinigkeiten erwerben (in meiner Wohnung steht jetzt ein Wackeldackel, wie ihn schon mein Opa im Auto hatte) und im Keller den erste Dienst-Mercedes von Konrad Adenauer (Kennzeichen 0-002) sowie den ehemaligen Salonwagen der Bundeskanzler besichtigen.

    Der eigentliche Weg der Demokratie beginnt gegenüber dem Museum, wo sich das ehemalige Kanzleramt befindet, welches Helmut Schmidt einmal mir den Worten beschrieb: „Es könnte genauso gut eine rheinische Sparkasse darin residieren.“ Widersprechen möchte man ihm nicht. Ein Stück weiter, wo der Bundeskanzlerplatz in die Adenauerallee über geht, steht die Statue des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Ein imposanter Kopf mit vielen Darstellungen seiner Lebensstationen. Ein genauer Blick lohnt und man kann sogleich ein wenig sein Allgemeinwissen überprüfen.

    Gleich daneben befindet kann man einen fernen Blick auf den Kanzlerbungalow werfen. Auch hier sind aktuell wegen Renovierungsmaßnahmen keine Besichtigungen möglich.

    Direkt daneben befindet sich das Palais Schaumburg, welches bis vor kurzem noch von der Bundesregierung als zweiter offizieller Dienstsitz genutzt wurde.

    Dem schließt sich ein weiteres prunkvolles Gebäude an. Die Villa Hammerschmidt dient bis heute als offizieller zweiter Amtssitz des Bundespräsidenten.

    Nur wenige Meter weiter befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite das Museum König. Da nach dem Zweiten Weltkrieg viele Gebäude zerstört waren, nutze man den Lichthof des Zoologischen Museums 1948 für die Eröffnung des Parlamentarischen Rates, der in den anschließenden Wochen das Grundgesetz ausarbeitete. Das dann allerdings nicht mehr im Museum. Dessen Räume dienten dann aber noch für einige Zeit Konrad Adenauer und seinen Mitarbeitern als Büros. Adenauer belegte dabei nur für wenige Monate das Büro des Museumsdirektors, einige Mitarbeiter (darunter Vizekanzler Blücher) bleiben noch bis 1951 im Museum.

    Weiter geht es runter an der Rhein. Allein der Blick auf diesen deutschesten aller Flüsse ist schon beeindruckend und wie bestellt, flog während unserer Besichtigung auch noch ein Zeppelin über uns hinweg. Jetzt öffnet sich der Blick für uns auf die Rückseiten der schon gesehenen Gebäude. Nur vom Kanzlerbungalow sieht man auch von hier aus wenig. Dafür müsste man auf die andere Rheinseite.

    Am Rheinufer fallen mir dann noch ein paar kleine Säulen auf. Bei genauerer Betrachtung sind das Informationspunkte des Bonner Planetenlehrpfads. Ein verkleinertes, aber maßstabsgetreues Modell unseres Sonnensystems. Leider fehlte die Zeit sich damit näher zu beschäftigen.

    Der Pfad der Demokratie führt nun wieder vom Rhein weg. Aber nur ein paar Meter. Vorbei an Konrads Skybar im Hotel Marriot und schon stehen wir vor dem alten Bundeshaus, welches früher den Bundesrat beherbergt hat. Ein weißes Gebäude im Bauhausstil. Erbaut zwischen 1930 und 33. Dem schließt sich der 1986-92 erbaute Plenarsaal des Bundestags an. Hier zeigt sich wie Planung und Geschichtsverlauf aufeinanderstoßen. Als geplant wurde das alte Wasserwerk zum neuen Plenarsaal des Bundestags umzubauen, war eine deutsche Wiedervereinigung noch nicht denkbar. Mitten in den Arbeiten fiel dann 1989 die Mauer und die Tatsache, dass Bonn nur eine provisorische Hauptstadt war, kam wieder auf die Tagesordnung. Der vom Architekten Dr. Behnisch (der auch für die Olympiabauten 1972 in München verantwortlich war) erdachte Bau wurde nur wenige Jahre genutzt. Heute ist es ein Kongresscenter. Durch einen unterirdischen Gang ist es mit dem gegenüberliegenden Gebäude verbunden und dient für Messen und Kongresse.

    Dass Bonn aber einmal ein wichtiger Ort war verdeutlicht, dass hier auch direkt nebenan die UN saß. Nach dem Krieg begann deren Arbeit hier mit nur zwei Mitarbeitern und wuchs schnell zu einem wichtigen Standort. Heute arbeiten hier rund 1.000 Menschen und das Gelände ist offiziell exterritoriales Gebiet. Hier beschäftigt sich die UN vorrangig mit den Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Wasserpolitik.  Außerdem befindet sich hier auch der UN-Campus.

    In unmittelbarer Nähe des ehemaligen Plenarsaals befindet sich das „Bundesbüdchen“. Wohl (West-) Deutschland berühmteste Imbissbude. Heute ist sie um einige Meter zum Originalstandort versetzt, besteht aber noch immer. Man sagt, dass Konrad Adenauer hier regelmäßig vorbeikam und ein paar Würstchen ass. Leider kamen wir am Besuchstag nicht in den Genuss. Die Bude hatte leider geschlossen.

    Das Haus der Geschichte hat seine Tore mittlerweile wieder geöffnet. Die neue Dauerausstellung kann man kostenfrei besichtigen. Begleitungen wie „Der Weg der Demokratie“ oder durch die Dauerausstellung sind ebenfalls kostenfrei.

    Weitere Informationen dazu finden sich auf der Webseite https://www.hdg.de/haus-der-geschichte

  • Entdeckungstour in der Wiesbadener Innenstadt

    Entdeckungstour in der Wiesbadener Innenstadt

    Manchmal muss man gewohnte Pfade einfach mit einem anderen Blick betreten. Ich kann nicht sagen, wie oft ich schon durch die Wiesbadener Innenstadt gegangen bin ohne die ganzen Details wahrzunehmen. Es gibt so schöne Häuser oder Details am Boden, die einem beim normalen Durchhetzen gar nicht auffallen.

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  • Tagesausflug nach Marburg

    Tagesausflug nach Marburg

    Besucht am 07.08.2025

    Seit Einführung des Deutschlandtickets ist die Verlockung groß, einfach mal einen Tagesausflug mit der Bahn zu machen. Da meine Urlaubsplanungen aus verschiedenen Gründen angepasst werden mussten, hatte ich mich spontan entschlossen, einen Tag nach Marburg zu fahren. Vorweg: ein lohnender, aber anstrengender Tag. Man sollte fit im Treppensteigen sein.

    Mit der Bahn benötigt der Ausflügler von Niedernhausen aus knapp zwei Stunden und muss dabei auch nur einmal am Frankfurter Hauptbahnhof umsteigen. Ich hatte Glück und auf der Hinfahrt verlief alles reibungslos und der Zug war auch nicht allzu voll.

    Angekommen in Marburg steht man auf einem ziemlich hellen aber trostlosen Platz. Direkt an diesem Platz befindet sich ein Lader der Touristeninformation und dort erhielt ich einen Stadtplan mit einer eingezeichneten Rundgangsroute und ein paar nützliche Tipps. (Gehen sie die Bahnhofstrasse bis zum ende Durch. Sie ist nicht sonderlich hübsch, aber auch nicht so lang. Danach wird es schöner.)

    Zuerst erreicht man auf dem Weg in die Innenstadt die Elisabeth Kirche, benannt nach der Heiligen Elisabeth (Elisabeth von Thüringen), die sich 1228 Marburg als Witwensitz wählte und hier noch 3 Jahre lebte. Die Kirche wird aktuelle gerade restauriert, aber dank einer gemalten Abhängung kann man die Dimensionen erahnen. Besonders ins Auge fällt die Klais-Orgel von 2006, die einen reizvollen modernen Kontrast zum historischen Interieur bildet.

    Verlässt man die Kirche gelangt man auch direkt auf die Spur einer weiteren Persönlichkeit, die in Marburg gewirkt hat: Emil von Behring, Hygieniker und Nobelpreisträger (1901 für Medizin). Den Schildern neben der Büste Behrings kann man entnehmen, dass sich hier einmal das Hygieneinstitut befand.

    Weiter geht es in Richtung Oberstadt. Auf dem Weg dorthin fallen einem an der Wand ein paar künstlerisch gestaltete Köpfe auf. Ein Wolf und ein paar Geißen. Damit passieren wir eine Station des Grimm-Rundwegs. Denn auch die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm haben ihre Spuren in Marburg hinterlassen. Beide haben hier studiert. Und hier begannen sie auch die Sammlung ihrer „Kinder- und Hausmärchen“. Im gesamten Gebiet der Innenstadt finden sich an verschiedenen Orten teilweise interaktive Kunstwerke, die sich mit diesen Märchen beschäftigen. Der Rundgang auf den Spuren der Brüder Grimm nennt sich übrigens „Grimm-Dich-Pfad“. Ein aussichtsreicher Kandidat für das schlechteste Wortspiel…

    Auf dem Grimm-Dich-Pfad: Der Wolf und die sieben Geislein

    Treppen, Treppen, Treppen

    Der weitere Weg führt direkt zum pittoresken Marktplatz. Auch hier eine wunderschöne Mischung aus historischen Gebäuden und moderner Kunst. Die Fliegen auf deiner Hauswand ziehen viele Blicke auf sich. Auf dem Platz herrscht beinahe mediterrane Atmosphäre. Die Menschen sitzen gemütlich draußen und genießen ein Eis oder einen Kaffee und alles strahlt eine gewisse Entspanntheit aus. Mit der Entspannung ist es aber aus, wenn man hinauf zum Schloss blickt. Hat man bis zum Marktplatz schon ein paar Höhenmeter überwunden, wird es jetzt erst richtig steil. Dabei lohnt es sich, die weniger breiten und offensichtlichen Wege (oder besser Treppen) zu nehmen. Hier entdeckt man wirkliche kleine Oasen.

    Auf dem Weg Richtung Schloss kommt man an der Marienkirche vorbei. Die Lutherische Pfarrkirche liegt knapp unterhalb des Schlosses und der Blick hinein lohnt. Eine Besonderheit im Vorraum: hier befindet sich ein Fairteiler der Foodsharing-Community.

    Über die Zwingli-Treppe gelangt man auf die Ritterstrasse und von hier über eine weitere Treppe (an deren Ende sich ein goldener Schuh befindet und auf deren Stufen ein Text von Jakob Grimm geschrieben steht) dann hoch auf das Schloss-Plateau. Von hier aus hat man einen ausgezeichneten Blick über Marburg und auf den Schiefen Turm der Stadt. Der Kirchturm der Marienkirche, mit dem man sich hier auf Augenhöhe befindet, zweigt eine sehr deutliche Neigung. Durch die Sonneneinstrahlung hat sich das Im Dach verbaute Holz stark verzogen und den Turm zum schiefen Wahrzeichen der Stadt gemacht.

    Eine kleine Anekdote am Rande. Im Turm befinden sich einige Glocken, Zwei davon wurden 1925 bzw. 1951 durch die Glocken- und Kunstgießerei Rincker in Sinn gegossen. Diese durfte ich als Preis eines Gewinnspiels von HR1 2021 mit Thomas Koschwitz besuchen und einmal erleben, wie Glocken gegossen werden. Ein sehr archaischer und beeindruckender Prozess, der erfahrene und sensible Handwerker erfordert.

    Auf dem Schlossplateau befindet sich die Camera Obscura der physikalischen Fakultät der Universität Marburg. Zu bestimmten Zeiten kann man hier den Studenten über die Schulter schauen und staunen, was die Mittel der optischen Geräte schon früh geleistet haben. Das landgräfliche Schloss selbst beherbergt heute eine Ausstellung des Marburger Universitätsmuseums für Kunstgeschichte und im Fürstensaal finden Veranstaltungen statt (u.a. Theateraufführungen des Hessischen Landestheaters). Ein kleiner Spaziergang über die Anlage ist zu empfehlen – wenn man noch nicht genug von Treppen hat.

    Apropos Treppen. Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass es eine sogenannte „Asthma-Treppe“ gibt. Als Asthmatikerin hätte och die eigentlich besuchen sollen. Leider ist sie mir entgangen.

    Der Weg hinunter führte mich an der katholischen Kugelkirche vorbei. Diese ist der jüngste Sakralbau Marburgs, wobei „jung“ hier sehr relativ ist. Sie wurden zwischen 1492 und 1520 erbaut und gehört zum ehemaligen Kloster der Kugelherren, der Gemeinschaft der „Brüder vom gemeinsamen Leben“. Im Innern kann man einiges zum Kloster und der Kirche auf Schautafeln erfahren, jedoch sollte man eine Taschenlampe parat haben. Interessant fand ich, dass man schon damals über Pfusch am Bau klagen konnte. Da die Kirche am Hang liegt, hatte man auf einer Seite großzügig auf Fenster verzichtet. Dies erwies sich schnell als Fehler, denn die Wand ist bis heute nicht trocken geworden und neigte schnell zur Schimmelbildung.

    Der Weg aus der Oberstadt führte mich dann noch and er Alten Universität vorbei. In diesem imposanten Gebäude befindet sich heute die Theologische Fakultät und die Universitätskirche. Unterhalb der Alten Universität betritt man wieder die moderne und hektische Welt in Form einer grauenhaften Kreuzung. Ich habe geschlagene 9 Minuten benötigt um gegenüberliegende Bankfiliale zu erreichen. Mal abgesehen davon, dass man einen Bogen schlagen muss, kommt man immer nur über die halbe Straße. Die Ampelschaltung hier ist arg nervig. Oder ist das Absicht? Dadurch hat man nämlich Zeit sich die Ampelmännchen genauer anzusehen. Es sind immer Pärchen. Anlässlich des CSD 2019 wurde die Ampel neu gestaltet. Eine Frau und ein Mann mit Schmetterlingen im Bauch, zwei verliebte Frauen mit Herzen, ein männliches Paar Arm in Arm. Ein Zeichen der Liebe.

    Hat man diese Kreuzung endlich überquert, bin ich noch einem Tipp der Mitarbeiterin der Touristeninformation gefolgt. Hier befinden sich nämlich ebenfalls sehr alte Gebäude. Hauptsächlich Wohnhäuser aber auch ein historisches Hospital (Weidenhäuser Str. 13).

    Als Weg zurück zum Bahnhof habe ich den Fussweg an der Lahn gewählt. Man muss etwas auf Radfahrer achtgeben, aber es läuft sich wesentlich angenehmer als an der Straße. Hier merkt man nochmal sehr deutlich, dass man sich in einer Universitätsstadt befindet. Auf der Lahn fuhren viele jungen Menschen mit dem Tretboot und am Ufer lagen und saßen Menschen und lasen, trafen sich mit Freunden oder genossen einfach das sommerliche Wetter.

    Am Bahnhof passierte dann das Unvermeidliche. Der Zug hatte schon mal gute 25 Minuten Verspätung. Irgendwann kam er und war rappelvoll. Bei der Einfahrt in den Frankfurter Hauptbahnhof ertönte dann folgende Durchsage: „Liebe Fahrgäste, dieser Zug endet hier. Bitte verlassen Sie zügig den Zug, der muss jetzt direkt in die Werkstatt.“

  • Stadtrundgang in Idstein

    Stadtrundgang in Idstein

    Erstmals erschienen Juni 2020/ überarbeitet im Dezember 2025

    Manchmal denkt man, dass man einen Ort recht gut kennt und dann stellt man fest, dass es doch noch einiges zu entdecken gibt. So ging es mir in Idstein. Seit fast 10 Jahren wohne ich nun im Nachbarort und mache einen großen Teil meiner Einkäufe in Idstein. Nun ist es eine bewiesene Tatsache, dass man Orte, an denen man wohnt eher weniger genau besucht, als fremde Städte. Warum nicht mal die Gegend wie ein Tourist erkunden? Ich habe mir in der Tourist-Information einen Prospekt mit einem Stadtrundgang besorgt und bin diesen in Begleitung meines Freundes Andreas abgelaufen. Als begeisterter Fotograf, konnte er mir einige Blickwinkel und Aussichtsplätze aufzeigen, die mir ohne ihn entgangen wären und die ich mittlerweile auch meinen Besuchern gerne zeige.
    Innenstadt mit viel Flair

    Los ging es an der Touristeninformation am König-Adolf-Platz. Schon das Killingerhaus, in dem die Information und das Heimatmuseum ansässig sind, ist ein erster Höhepunkt. Der Stadtrundgang führte uns einmal durch und um die Fußgängerzone. Schiefes Haus, Altes Amtsgericht, Hexenturm, Schlossgarten, Hoerhof, Löherplatz mit Stadtmauer (ja, die kann man da wirklich noch entdecken. Zumindest deren Verlauf), Druckerei Grandpierre. Der Prospekt gibt zu jeder Sehenswürdigkeit eine kurze Info und anhand des Stadtplans findet man den Weg sehr gut auch ohne Ortskenntnisse. Unterwegs geben verschiedene Infotafeln (z.B. im Schlossgarten) ein paar Informationen, aber diese werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Da besteht Verbesserungsbedarf.

    Tafel am Haus der Idsteiner Zeitung


    Die Sehenswürdigkeiten sind nummeriert, aber eine genaue Route ist nicht vorgegeben und man tut gut daran, auch mal in die Seitenstraßen zu schauen. Und der Stadtplan verrät auch, dass es einige Fußwege gibt, die man bisher gar nicht wahrgenommen hat. So führt ein sehr schmaler Pfad von der Obergasse zur Felix-Lahnstein-Straße, den ich aufgrund seiner Breite (oder besser Enge) bisher nicht als solchen wahrgenommen hatte. Und ohne Andreas hätte ich ihn auch an diesem Tag nicht entdeckt. Nicht nur seine Enge ist eindrucksvoll. Es lohnt auch ein Blick nach oben. Die Bewohner haben dort so einige Kuriositäten an ihren Häusern.

    Diese Enge Gasse kann man leicht übersehen

    Zum Schluss zeigte mir Andreas noch sein persönliches Highlight. Zwischen Weiherwiese und Kreuzgasse gibt es einen Fußweg, der durch einen herrlichen begrünten Hof führt. Eine Augenweide, von der man sich schwer losreißen kann.

    Nützliche Infos

    Für den Rundgang benötigt man etwa zwei Stunden. Zwischendurch (oder im Anschluss) laden die zahlreichen gastronomischen Betriebe zum gemütlichen Verweilen ein. Die Tour ist ideal zum Kennenlernen und um auswärtigem Besuch die Schönheit der Stadt zu zeigen. Der Prospekt gibt kurze Informationen; wer allerdings mehr wissen möchte, dem sei eine geführte Tour ans Herz gelegt. Informationen dazu gibt es bei der Tourist-Information Idstein.

    Der Blick nach oben beschert so manche kleine Überraschung

  • Wie es anfing

    Wie es anfing

    Im Herbst 2019 ergab sich für mich die Möglichkeit einmal im Monat im NIEDERNHAUSENER ANZEIGER einen kleinen kulturellen Ausflugstipp zu veröffentlichen. Dabei ging es vorrangig um Ausflüge, die man von Niedernhausen aus an einem Tag gut erreichen konnte. Und mein persönlicher Anspruch war es, dass auch immer ein gewisser kultureller Hintergrund bestand.

    Ich machte mich also auf dem Weg und plötzlich wurde jedes braune Hinweisschild an der Autobahn zu einem möglichen Beitragsziel. Auch aus Büchern und Werbeanzeigen holte ich mir Inspirationen. Die meiste Zeit lief ich alleine los und begann Ecken zu entdecken, an denen ich bereits achtlos vorüber gegangen war. Auch Freunde und Bekannte machten mich auf schönes und kurioses aufmerksam. Da nicht immer alles einen ganzen Ausflug wert war, erstellte ich auch eine Facebook-Seite, auf der ich die kleinen Kuriositäten veröffentlichte (Kennen Sie das „Dönerdenkmal“ in Ober-Mörlen?)

    Corona-Pause

    Während Corona wurden es erst nur noch Spaziergänge, doch dann musste ich die Reihe leider vorläufig einstellen. Andere Dinge hatten Vorrang und ich musste mich erstmal neu sortieren. Nach und nach verlagerte ich mich mit meinen öffentlichen Aktivitäten zu Instagram, wo ich auch den Hashtag „kultourmitbianca“ immer wieder verwendete.

    2025 fing ich dann wieder an regelmäßige Ausflüge zu machen und darüber zu schreiben. Nur veröffentlicht habe ich sie bisher nicht. Das hole ich jetzt hier auf der neugestalteten Webseite mit neuem Blog nach. Einige Artikel, die bereits im NIEDERNHAUSENER ANZEIGER erschienen sind, wurden nochmals überarbeitet und aktualisiert und werden hier auch nochmals veröffentlich. Regelmäßig kommen aber vor allem neue Ausflüge dazu.

    Noch ein Hinweis: Meine Fotos sind in der Regel von mir persönlich gemacht worden und unbearbeitet. Sollte es sich mal um Fotos von anderen Menschen handeln, habe ich selbstverständlich die Erlaubnis eingeholt und der Rechteinhaber ist vermerkt. Ab und zu nutze ich auch KI-Tools um z.B. fremde Personen oder störende Gegenstände zu entfernen.